5 Dinge, die Künstler, Musiker oder Bands bei der eigenen Vermarktung vermeiden sollten

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Plakate ankleben verboten!!

Plakate ankleben verboten!!Wir brauchen viele Fans, und das am besten ganz schnell. Doch wie kommen wir an Fans? Wie schaffen wir es unseren Bekanntheitsgrad zu erweitern? Es gibt zahlreiche Künstler, die auf Biegen und Brechen versuchen ihre Kunst bekannter zu machen, aber dabei oft vergessen, dass sie es mit Menschen zu tun haben die eben nicht immer alles cool finden, was man selbst cool findet. Hier 5 Beispiele für eine eher ungünstige Eigenvermarktung.

1.) Der Klassiker – wir kleben einfach alles zu, damit man uns nicht übersehen kann

Ich habe das früher selbst gemacht, die ersten Konzerte im Jugendheim waren gebucht, selbst gestaltete Flyer und Plakate aus dem Copy-Shop geholt und jede erdenkliche freie Fläche damit zugekleistert. Besonders beliebt waren Stromkästen, Bushaltestellen, Litfaßsäulen oder Schaufenster. Doch so oft wir dies auch getan haben, so oft durften wir unsere eigene Werbung mühsam wieder entfernen, um einer nicht unerheblichen Strafe durch die Stadtverwaltung oder das Ordnungsamt gerade noch zu entkommen. Wir konnten froh sein das nicht direkt ein Unternehmen damit beauftragt wurde dies zu tun, denn dann wäre es teuer geworden. Außerdem haben wir oft bezahlte Werbeflächen anderer Veranstaltungen überklebt, was natürlich verboten ist. Ich rate in jedem Fall davon ab, öffentliche Werbeflächen oder städtische Flächen zu bekleben, denn gerade in der heutigen Zeit kann dies fatale Folgen wie hohen Aufwand oder Kosten mit sich ziehen.

Aufkleber und Flyer geben wir unseren Fans, sollen sie damit machen was sie wollen. Ähnlich wie mit Plakaten, verhält es sich mit Aufklebern und Stickern. Ein einzelner Aufkleber auf der Toilette eines Rock-Clubs stört sicherlich niemandem. Schließlich haben die Gäste so während der Erledigung ihres Geschäfts so noch etwas zu lesen und es könnte sich vielleicht sogar jemand für seine Kunst interessieren. Anders sieht es aus wenn ich ein „Streetteam“ bilde und dieses beauftrage, Aufkleber und Flyer für mich unter die Leute zu bringen. Hier müssen klare und vertrauensvolle Absprachen getroffen werden, denn es macht wenig Spaß, Aufkleber von Autos, Laternenpfählen oder Schaufenstern abzukratzen.

2.) Bei facebook, myspace, twitter, youtube und Co. warten alle nur auf uns. Nicht.

In den sozialen Netzwerken, die ja eigentlich eine optimale Plattform für Künstler und Musiker bieten, sieht man häufig das wahllos Leute angeschrieben, Pinnwände vollgeballert, oder Freundanfragen gesendet werden. Natürlich kann und sollte man in einem gewissen Rahmen Leute auf seine Kunst aufmerksam machen, zum Beispiel die eigenen Freunde, oder befreundete Künstler. Hat man hier alle „seriösen“ Ressourcen ausgeschöpft, muss man sich etwas Neues einfallen lassen, um die Aufmerksamkeit neuer potenzieller Fans auf seine Kunst zu lenken. Mit dem wilden Versenden von Einladungen, nichtssagenden oder immer gleichen Beiträgen, macht man sich bei der Mehrzahl der Leute eher unbeliebt.

3.) E-Mail Newsletter

Der gute alte Newsletter ist immer noch eine wirkungsvolle Methode zum bewerben der Kunst. Aber hier gilt ganz klar: Es dürfen nur Newsletter, also Massen-E-Mails, an Empfänger verschickt werden, die diesem eindeutig zugestimmt haben. Entweder durch ein Online-Formular oder durch eine Liste, in die sich der Fan bei Konzerten und Auftritten selbst eintragen kann. Um hier auf Nummer sicher zu gehen, sollte das Online-Formular mit einem so genannten Double-Opt-In Verfahren arbeiten, dass die Bestätigung der E-Mail Adresse erfordert. Bei der handgeschriebenen Liste auf Papier gilt dann die Unterschrift des Abonnenten.

4.) Der gute Ton macht die Musik

Natürlich kann man es kaum erwarten, ein möglichst positives Feedback zu seiner Kunst oder Musik zu bekommen. Man sollte aber davon absehen, voreilig Songs, Bilder oder Videos mit nicht ausreichender Qualität zu verbreiten. Der erste Eindruck ist schließlich entscheidend dafür, ob ein potenzieller Fan zum Beispiel den „Likebutton“ bei facebook anklickt oder nicht. Der Song oder das Video kann inhaltlich noch so gut sein, ist die Aufnahme zu leise oder Sound und musikalische Qualität zu schlecht, werden Betrachter wahrscheinlich sehr schnell das Weite suchen. Dann wird es schwieriger in der Zukunft ernst genommen zu werden.

5.) Fliegen lernt der Teppich meistens von selbst

Jeder kennt den Spruch „Auf dem Teppich bleiben„. Viel Wahres ist dran, denn wer noch keine erkennbaren Erfolge nachweisen kann, sollte sich mit Äußerungen über die eigene Kunst ein wenig beherrschen. Natürlich sollte man Begeisterung zeigen, denn nur wenn man selbst überzeugt von sich ist, kann man es auch authentisch weitergeben. Gegen ein professionelles Auftreten spricht auch nichts, solange man das Ganze realistisch betrachtet und versucht einzuschätzen. Im Musikbusiness gibt es auch den beliebten Spruch „Du musst das Baby größer machen, als es ist.“, dem ich in diesem Zusammenhang teilweise zustimme, denn mit Aussagen wie zum Beispiel „wir sind die Band XXX, und fangen gerade erst an..„, macht man sich meistens doch kleiner als man ist. Hier gilt es, ein gesundes Maß zu finden.